"Da stehe ich wieder, ziehe den Bauch ein, presse das Fett mit wütenden, zitternden Händen zusammen, überprüfe meinen Körper, frontal, dann seitlich; finde ihn selten schön, meistens hässlich, hässlich und schwer und belastend, ich weiss nicht, wie ich ihn tragen soll. Kann ihn nicht tragen, wenn ich tagsüber nach draussen gehe, an die Bushaltestelle, wo schöne Plakate mit perfekten Bäuchen und Beinen hängen, mit mir warten, bis ich weg bin. Kann ihn nicht tragen, möchte ihn kleiden, verkleiden und auskleiden, abends an der Bar, wenn Blicke starren, auf die überschüssige Haut, die Falten um den Mund.
So wurde er mir fremd, mein Körper, obwohl er doch der meine ist. Wie schön es wäre, wenn es anders wäre. Doch vielleicht, vielleicht könnte er wohl und heimelig sein, mich umhüllen, leicht auf der Haut, wie die Decke in meinem Bett. Dort wartest du, bist meine Heimat, ich rieche deinen Duft, komme an." - Giulia Bernardi
All eyes on us poster, magazine scans, Adobe Photoshop, collage, 29.7 x 42 cm
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